Die besten Kekse der Welt und das Erbe der alten Mühle

Diese Geschichte beginnt mit einem Unglück. Es war in der Mitte des vorigen Jahrhunderts, als auf dem Schanzenhof ein Feuer ausbrach. Ausgerechnet die Mühle, das Herzstück dieses besonderen Ortes, brannte bis auf ein paar Grundmauern und den Mühlstein nieder. Nicht nur unser Opa war sehr traurig, das ganze Dorf zeigte sich tief betroffen. Denn die Mühle gehörte zum Schanzenhof, nein – zum ganzen Ort wie das Amen im Gebet. Viele, viele Jahre lang wurde hier das Korn der Region zu Mehl verarbeitet. Es ist schon verwunderlich, wie sich die Dinge manchmal entwickeln und so wurde aus dem großen Unglück von damals am Ende doch noch etwas Gutes: Das Amolaris. Das steht nämlich genau dort, wo einst der Schanzenhof stand. Wir finden, dass Tradition mehr als die Anbetung der Asche ist, vielmehr wollen wir Funken der Freude und die Leidenschaft fürs bäuerliche Leben weitergeben. Und so gibt es auch heute wieder eine kleine Mühle im Amolaris. Mitten in unserem wunderschönen Garten. Mit viel Sorgfalt haben wir die alte Mühle vom Pulthof in Goldrain, dem Heimathof unserer Oma Rosa, die diesen Sommer verstorben ist,einen ehrenvollen, neuen Platz gegeben. Opa Adolf hat passend dazu eine gemütliche Sitzecke gezimmert und so ein gemütliches Plätzchen zum Beisammensein, Geschichtenerzählen und Erinnern geschaffen. Wir vermissen beide sehr und sind gleichzeitig von Herzen dankbar und stolz, ihr Erbe weiterführen zu dürfen.

 

Die Kornkammer Tirols

Bevor das Vinschgau zum „Obstgarten Europas“ wurde – mehr über unsere köstlichen Äpfel kannst du hier nachlesen – wurde unsere Heimat als die Kornkammer Tirols bezeichnet. Damals, als Südtirol noch Teil des Kaiserreiches Österreich-Ungarn war, überzogen weitläufige Weizen- und Roggenfelder die Landschaft, auch Buchweizen und Dinkel wurden angebaut und in alle Ecken des Reiches geliefert. Fast wäre die Tradition des Getreideanbaus verloren gegangen, heute bemüht man sich, sie wieder aufleben zu lassen. Zum Beispiel mit dem Projekt Regiokorn, das von der Europäischen Union gefördert wird. 58 Landwirte bewirtschaften gut 90 Hektar Anbaufläche, rund 45 Bäckereien haben sich der Aktion angeschlossen und backen aus dem einheimischen Korn allerlei Köstliches. Wir, die wir aufgrund unserer Familiengeschichte eng mit der Kunst der Getreideverarbeitung verwoben sind, freuen uns natürlich sehr darüber, dass Weizen, Dinkel und Co. hier bei uns daheim wieder so prächtig gedeihen.

 

Die besten Kekse der Welt

Gerade in der Zeit vor Weihnachten greifen wir nur allzu gerne auf das Mehl aus der Region zurück. Säckeweise schleppen wir es in die Amolaris-Küche. Denn Oma Rosas Kekse waren immer schon heiß begehrt. Jetzt, in diesem ersten Jahr ohne unsere liebe Oma, wird Weihnachten nicht mehr so sein, wie früher. Aber wenn wir eines ihrer Keksrezepte nachbacken, sind sie wieder da, all die zauberhaften Erinnerungen an die Kindheit, an die unbändige Vorfreude aufs Christkind und ein Gefühl von weihnachtlicher Glückseligkeit. Denn wie heißt es so schön? Glück vervielfacht sich, wenn man es teilt. In diesem Sinne wünschen wir euch viel Freude beim Nachbacken und Vernaschen:

 

Oma Rosas liebste Lebkuchen:

500g Weizenmehl
250g Roggenmehl
300g Südtiroler Honig
200g Zucker
2 Eier
4 Dotter
20g Natron
10g Lebkuchengewürz
Vanillezucker
Rum
Nach Belieben noch Abrieb einer Zitrone und einer Orange

 

Alle Zutaten bei Zimmertemperatur zu einem glatten Teig verkneten und über Nacht kaltstellen. Den Teig ausrollen, beliebige Formen ausstechen, auf ein Backblech geben, eventuell mit Milch bestreichen und nach Lust und Liebe mit Nüssen garnieren. Bei 180° Ober- und Unterhitze ca. 10-12 Minuten backen.


Die Lebkuchen auskühlen lassen, nach Belieben mit Kuvertüre überziehen oder dekorieren und zum Aufbewahren zusammen mit einem kleinen Apfel in eine Dose geben.


Tipp: Den Teig nicht zu dünn ausrollen und die Lebkuchen einige Zeit vor Weihnachten backen. Die Lebkuchen entfalten erst nach ein paar Wochen Ruhezeit ihr himmlisches Aroma und sind dann genau richtig an Weihnachten butterweich.

 

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